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| Donnerstag, den 18. November 2010 um 12:31 Uhr | |||
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Liebe Mitstreiter, hier der aktuelle Newsletter der Montagsdemo Recklinghausen: Die Teilnehmer diskutierten folgende Themen am offenen Mikrophon: Es hat sich etwas verändert in Deutschland: Bisher beklagten sich viele über die mangelnde Protestkultur gegen die Politik, die uns die Herrschenden anbieten. Bisher schauten wir stets neidisch auf die Millionenproteste in Frankreich und forderten die Leute auf „so zu kämpfen wie in Frankreich“. In den letzten Monaten ist dies komplett anders geworden: Hunderttausende sind auf die Straße gegangen, weil sie die Politik der Herrschenden nicht mehr ertragen können. Stuttgart 21, der Protest gegen die Verlängerung der Atomkraftwerkslaufzeiten, der Protest gegen die Castor-Transporte und die Herbstdemonstrationen gegen die Sozialpolitik der Regierung – alles Anlässe genug, den Kaffee mit dieser Regierung auf zu haben und auf die Straße zu gehen. Denn eines ist sicher: eine bessere Politik kommt nicht von allein und schon gar nicht, wenn wir eine andere Regierung wählen. Wir müssen – und das ist auch Markenzeichen der augenblicklichen Proteste – uns jede Veränderung hart erkämpfen. Es gilt längst als gesichert – und die Regierenden verbergen es auch nicht mehr – dass die eigentliche Politik in den Konzern- und Bankenzentralen gemacht wird, was zur Folge hat, dass die Interessen der Bevölkerung mit Füßen getreten werden, wenn es um die Steigerung des Profites geht. Einige Passanten zeigten sich beim Lesen unseres Transparentes, auf dem wir einen Mindestlohn fordern, empört darüber, dass es in Deutschland immer noch keinen flächendenkenden Mindestlohn gibt. Die Geißel des Niedriglohnsektors ist nirgendwo so ausgeprägt wie bei uns: Durch die Einführung von Hartz IV und den Zwang, jeden Job annehmen zu müssen, sei er auch noch so niedrig bezahlt, ist es bei uns möglich geworden, dass Überleben zu sichern. Es ist geradezu pervers, dass der Staat mit unseren Steuergeldern eine Lohnsubvention betreibt und Unternehmer sich bei diesem Wirtschaftsverbrechen die Hände reiben, weil der Profit ins Unermessliche steigt. Für uns ist der Niedriglohnsektor neben vielen anderen die schlimmste Folge der Hartz-IV-Gesetzgebung, weil er Massenarmut verursacht und Menschen erniedrigt. Die nächste Montagsdemo findet am kommenden Montag, 22.11.2010 um 17:15 Uhr wegen des beginnenden Weihnachtsmarktes nicht auf dem Altstadtmarkt, sondern auf dem Busbahnhof in Recklinghausen statt. Unser Schwerpunktthema lautet dann: „Was verstehen die Herrschenden unter Demokratie?“ Gruß Rupert Seth Sprecher der Montagsdemo Recklinghausen Hochlarmarkstr. 20 45661 Recklinghausen Tel. mobil 01 52 / 06 64 69 75
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