|
|
|
| Donnerstag, den 20. August 2009 um 20:05 Uhr | |||
|
5 Jahre Montagsdemo von Christoph Meyer 17.8.09
Der Jahre 5 sind nun vergangen Seitdem sie damals angefangen Hat sich seitdem was getan Fragt sich Peter in der Bahn Wenn er aus dem Fenster schaut Und am Fingernagel kaut. Irgendwie bemerkenswert Irgendwie auch nicht verkehrt Irgendwie gehörts dazu Irgendwie gibt’s keine Ruh Am Opernplatz hält seine Bahn Und bis sie endlich weiterfahrn Hört er was die Leute sagen Wie ihr Leid sie manchmal klagen Wie sie wütend sich erregen mal wofür und mal wogegen Peter hat sich schon ertappt dass er, was er aufgeschnappt selber zu den Leuten sagt wenn ihn jemand danach fragt Immer gibt es lecker Kuchen Manchen reizt dies zum Besuchen Offenbar gibt es ne Mutter Die nicht geizt an Milch und Butter Gegen Spende wird man satt Grad derjen’ge der nichts hat Peter sieht, was er sehr schätzt Dass man andre nicht verletzt Sondern sachlich, doch mit Herz Mal im Ernst und mal im Scherz Alle Fragen vor Ort klärt Auch vor der eignen Türe kehrt. Zusammenhalt schreibt man wohl groß Ob Schichtarbeit, ob arbeitslos Ob krank, gesund, ob Frau, ob Mann Man spornt sich gegenseitig an. Peter hat auch schon verstanden Dass Montagsdemos sind vorhanden In der ganzen Republik Und er grübelt kurz und nickt. Nazis hat er nie gesehen Von selbst scheint sich dies zu verstehen Jeder kann am Mikro reden Auch die Kunden von den Läden Jede Meinung kriegt Respekt Auch wenn sie Gegenreden weckt Jeder traut sich was zu sagen Peter würd dies noch nicht wagen. Parteien sieht er nur noch zwei Von links sind einige dabei „Als Partei MLPD Steht dahinter, wie ich seh. Und auch Genossen von der Linken Wolln nicht im Parlament versinken.“
Peter kuckt die Leute an Sieht den langhaarigen Mann Welcher stets den Tisch bewacht Und ab und zu Gedichte macht Sieht den Mann der rückwärts spricht Mit zerschundenem Gesicht Doch verteidigt der gescheit Das hohe Gut der Menschlichkeit Hört die Frau mit scharfer Stimme Voll von Wut und echtem Grimme Wie sie Unrecht schärfstens geißeltUnd ein Bild der Zukunft meißelt Da sind die VW-Arbeiter Einer ernst und einer heiter Die er klar und kompetent als prinzipielles Rückgrad kennt Und dann sieht er auch den Mann Der Gitarre spielen kann Doch das warn ja sogar drei Manche sind nicht oft dabei Und er sieht das Baby liegen Und die Frau die es tat kriegen Ist immer da und niemals still Weil sie für alle Zukunft will Und es gibt den Spezialisten Der Gesetze, auch die tristen Wo ein jeder sich verrennt Wie die Westentasche kennt Einer bricht den Sprechrekord Oft verstand man kaum ein Wort Dies fand Peter eine Schand Denn was er sagt ist interessant Manche die fast nie was sagen Doch das Transparent mittragen Treu und aufrecht wie die andern Montags zu dem Platze wandern Alle diese sieht der Peter Und ihn trennen nur noch Meter Denn im Herzen findet er Bräucht man dieser Leute mehr. Eins tut im guten Mut bereiten Wir sind gefeit für harte Zeiten.
|



