Start 2010 12.04.2010 Hagen
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Dienstag, den 13. April 2010 um 20:22 Uhr

Thilo Krüger                                                                                                             13.04.10

Hagener Bürgerinitiative Montagsdemonstration

Kalkstraße 30

58119 Hagen

Tel: 0176 45359130

An die Presse und alle Interessierten

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

wir wollen mit dem heutigen Bericht damit beginnen, alle Unterstützer, die Presse und verschiedene Organisationen darüber zu informieren, was auf den Montagsdemonstrationen gelaufen ist und darüber, was wir uns vornehmen. Ich würde mich über Meinungen oder Hinweise dazu freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Thilo Krüger

Wer ist Schuld am Lehrstellen-Desaster, fragten sich gestern die Teilnehmer der 273. Montagsaktion um 18 Uhr vor dem Kaufhof in der Elberfelderstraße. Nur noch 25 % der Unternehmer bilden überhaupt noch aus. Von diesen wollen 2010 wiederum 25 % weniger ausbilden als im letzten Jahr. Kritisiert wurde die Forderung der Unternehmer. DIHK Geschäftsführer Wansleben behauptet, die Unternehmen müssten zunehmend "ausbügeln, was Elternhaus und Schule versäumt hätten". Er betonte, "dass die Ausbildung der Kinder nicht eine 'Dienstleistung des Staates'" sei. Es werde "zwingend das Engagement der Eltern benötigt" (welt-online, 9.4.2010).  Dass zahlreiche Familien oft unter großen Einschränkungen sich intensiv um die Ausbildung ihrer Kinder bemühen und damit staatliche schulische Aufgaben schultern, verschweigt Wansleben: 1,1 Millionen Schüler erhalten inzwischen Nachhilfe, die Eltern geben dafür bis zu 1,5 Milliarden Euro jährlich aus. Für die Masse der Eltern, für Hartz-IV-Betroffene usw. ist das aber überhaupt nicht mehr bezahlbar. Eine Lehrerin berichtete, dass in ihrer Schule bis zu 33 Schüler in einer Klasse sitzen müssen, Lehrer fehlen und die Finanzausstattung der Schulen zusammengestrichen wird.  Die Montagsdemonstranten fordern eine gründliche Schul – und Berufsausbildung. Auch dafür treten sie jeden Montag ein. Ein anderer Redner erklärte, das Lehrstellen-Desaster sei nur die eine Seite. Die andere ist, dass die ausgebildeten Jungfacharbeiter nach der Prüfung oft gar nicht, wenn dann nur befristet übernommen werden. Nur noch 10 % aller Auszubildenden werden unbefristet übernommen. Große Teile der Jugend haben keine andere Perspektive als unsichere Arbeitsplätze, Leiharbeit, Minilobs und Arbeitslosigkeit. Die Montagsdemonstration ruft dazu auf, diesen Skandal überall zum Thema zu machen. Eine gute Gelegenheit ist auch der 1. Mai. Vorbereitet wird die Teilnahme am 1. Mai nach der nächsten Montagsaktion am 19.04.