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Dienstag, den 20. April 2010 um 11:17 Uhr |

Pressemeldung zur 273. Saarbrücker Montagsdemo gegen Hartz IV Montag, 19. April 2010
Die Demo heute war rhythmisch mit Trommeln und Gesangseinlage, ein wenig chaotisch aber auch hitzig. Viele Leute sind lauschend stehen geblieben. Das Hauptthema des Tages war die Forderung von Ursula von der Leyen, jüngeren Hartz-IV-Empfängern soll innerhalb von sechs Wochen ein verpflichtendes Angebot unterbreitet werden, das sie nicht ohne Sanktionen ablehnen können. Jugendlichen wird der Hahn zugedreht, weil sie sich nicht wehren können. Das Problem ist nicht die Faulheit der Jugendlichen, es gibt nicht genügend geeignete Ausbildungsplätze. Jugendliche sollen einen ihren Vorstellungen gemäßen, nicht irgend einen Ausbildungsplatz erhalten. Sie stehen erst am Anfang ihres langen Arbeitslebens, das soll auch Spaß machen. Die Jungen sind die Mobilsten in unserer Gesellschaft, die sollten nicht geknechtet und geknebelt werden. Eine Frau äußerte den Verdacht, man will die Jugendlichen dazu drängen, sich für den Afghanistaneinsatz zu melden.
Überhaupt ist es eine Unverschämtheit, das man uns wegen der Opfer ein schlechtes Gewissen einredet, nur weil wir gegen den Krieg in Afghanistan sind. Wir sind verantwortungsvoll, wenn wir wollen, das die Soldaten zurückgeholt werden.
Ein Obdachloser erzählte, das er keinerlei Hilfe vom Staat erhält, "Scheiss Deutschland". Obdachlose haben in unserer Gesellschaft keine Chance Fuß zu fassen. Für obdachlose Frauen gibt es keine Möglichkeit die Nacht unterzukommen.
Zum Thema Arbeitslosigkeit gab es zu hören, das wir das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit nicht wüssten, da man uns die wahren Zahlen verheimlicht. Ein Passant präsentierte dazu eine negative Zählweise, in dem er von der arbeitenden Bevölkerung die Kinder, die Rentner usw. abzog und so auf 15 - 20 Millionen Arbeitslose kam; zudem bezifferte er die Gesamtschuldenlast des Staates auf 6,5 Billionen Euro. Sein Fazit: wir sind am Ende, auch die Forderungen der Montagsdemo kämen zu spät, unser Land ist ruiniert. Von vielen Montagsdemonstranten gab es dazu heftige Kritik. In unserem Land sei Geld genügend vorhanden, es sei nur falsch verteilt.
Sicher geht es bei einer lebendigen Demonstration auch kontrovers zu, jeder möge seine Meinung frei äußern, wir tun das auch. Nächsten Montag geht es weiter, wer sich beteiligen will, oder einfach nur zuhören will, ist herzlich eingeladen. Also am 26.4.2010 um 18h an der ARGE gehts los.
A. Hirsch www.montagsdemo-saar.de
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