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Mittwoch, den 14. Juli 2010 um 08:40 Uhr |
In Bochum sollen 11 Schulen geschlossen werden
Über 200 Schüler, Eltern, Lehrer und andere Teilnehmer von verschiedenen Organisationen beteiligten sich an der lautstarken Demonstration von der Carl-Arnold-Kortum-Schule über den Westring bis zum Rathaus.
Die Bochumer Montagsdemo protestierte ebenfalls mit und die herkömmliche Montagsdemo am Husemannplatz fiel daher aus. Gleichzeitig leistete sie "Schützenhilfe" und brachte eine Lautsprecheranlage mit. Die Initiatorin der Schülerdemo, Iris Mikus, bedankte sich bei der Montagsdemo und begrüßte alle Demonstratinnen und Demonstranten. Viele schöne Plakate und Transparente zum Thema der Schulschließung waren zu sehen. Neben der Carl-Arnold-Kortum-Schule sollen noch 10 weitere Grund- und Hauptschulen geschlossen werden.
Bei dem folgenden lautstarken Protestzug, der zeitweilig den Verkehr auf einer Fahrtrichtung des Westrings zum Erliegen brachte, wurde immer wieder gerufen: Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Schulen klaut!"
Bei der Abschlusskundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Rathaus gab es Redebeiträge von Vertretern verschiedener Schulen, z.B. der Cruismannschule, der IFAK und von aufgebrachten Eltern. Der Vertreter der IFAK sprach die Qualität der Schulbildung insbesondere für Migranten an. Ein Kind meldete: "Unsere Schule muss bleiben. Wir haben die besten Lehrer der Welt". Alle applaudierten. Ein Pädagoge, der Kinder in einer Förderschule betreut, empörte sich: "Die Kinder fingen an zu weinen, als sie erfuhren, dass ihre Schule geschlossen werden sollte. Ich konnte sie damit beruhigen, dass wir alle auf die Straße gehen werden, damit die Schule bleibt. Wie kann man auch gerade eine Förderschule schließen?" Iris Mikus erläuterte: "Unsere Schule soll mit der Grundschule an der Feldsieper Str. zusammengelegt werden. Das wären dann 5 Klassen zu je 30 Schüler, viel zu viel für einen guten Unterricht. Außerdem verlängert sich der Schulweg deutlich und die Schüler müssen über gefährliche Straßen".
Ein Moderator der Montagsdemo berichtete von den den leeren Kassen der Kommunen. "Die Stadt Bochum hat kein Geld, weil ihr von Bund und Land immer mehr Aufgaben ohne Finanzausgleich aufgedrückt werden. Daran haben die Ratsvertreter keine Schuld, viele gehören aber den selben Parteien an, die auf Bundes- und Landesebene die unsozialen Gesetze und die Sparpolitik beschlossen haben. Außerdem ist die Finanzmisere der Stadt hausgemacht. Weil der Bund und das Land NRW die Steuergelder zu "Rettung" von Großbanken- und Konzernen ausgibt, fehlt es natürlich in den Kommunen. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns das nicht mehr bieten lassen und gemeinsam dagegen kämpfen."
Nach Ende der Abschlusskundgebung beabsichtigten die Organisatoren dieser Demo, ihre Resolution zu den Schulschließungen in den Fraktionssitzungen der SPD und Grünen zu überreichen. Das lehnten die Parteien ab. Lediglich der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Wolfgang Cordes, war direkt vor Ort und beantwortete zaghaft nach der Abschlusskundgebung die Fragen der Demonstranten.
Frau Mikus bedankte sich noch einmal in Namen aller Anwesenden für die Unterstützung dieses Protestes durch die Bochumer Montagsdemo und ist weiterhin an einer Zusammenarbeit mit der Montagsdemo interessiert. Kontaktadresse ist: www.schulzeichen.de
Die nächste Montagsdemo findet wieder wie gewohnt am Husemannplatz um 18.00 Uhr statt und richtet sich gegen die aktuelle Gesundheitspolitik.
Aktionskreis Bochumer Montagsdemo http://montagsdemo.bochum.myblog.de
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