Koordinierungsgruppe Bundesweite Montagsdemo, 15.12.10
Ergebnisse der Treffens der Koordinierungsgruppe Bundesweite Montagsdemo am 11.12.10 in Kassel
Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter der Montagsdemobewegung,
am 11.12.10 fand in Kassel das 3. Koordinierungstreffen erfolgreich statt. In dessen Mittelpunkt stand die Auswertung der 7. Herbstdemonstration gegen die Regierung in Berlin und die Vorbereitung der Delegiertenversammlung der Montagsdemobewegung im Frühjahr 2011.
Der Termin für die Delegiertenversammlung ist Samstag, 09. April 2011.
Es nahmen an diesem Treffen 11 Mitglieder der KG teil (so viele wie lange nicht mehr), zwei weitere fehlten entschuldigt. In der hohen Teilnehmerzahl bei diesem KG-Treffen kommt auch die gewachsene Verantwortung der KG für die Montagsdemobewegung und die Verteidigung ihrer Grundsätze zum Ausdruck. Es hat die Solidarität, den Zusammenhalt und das Vertrauensverhältnis gefestigt, was auch ein wichtiges Signal für die Vorbereitung der Delegiertenkonferenz ist.
Zu Beginn des Treffens wurde von der KG klar gestellt und durchgesetzt, dass ein ehemaliges Mitglied der KG nicht an der Sitzung teilnehmen kann. Wer Prinzipien der Montagsdemobewegung wie die Überparteilichkeit angreift, wer diffamierend und persönlich herabwürdigend KG-Mitglieder angeht, wer antikommunistische Prinzipien in die Montagsdemo einführen will, der stellt sich außerhalb der Grundlage der Montagsdemobewegung und hat seine Rechte verwirkt.
Hier die wichtigsten Ergebnisse:
1. Auswertung der Demonstration in Berlin, Entwicklung der Montagsdemobewegung
Die Demonstration in Berlin war insgesamt erfolgreich. Sie hatte mit 7.000 mehr Teilnehmer als im vergangenen Jahr und zeigt ein stabiles Mobilisierungspotenzial. Es war die größte Demonstration der sozialen Bewegung im heißen Herbst gegen die Regierung.
Es gab u.a. von der Montagsdemo Wuppertal und Gelsenkirchen und vom Jugendverband REBELL Kritiken daran, dass es zwei Demozüge gab und diese auch zu lang waren und die Leute erschöpft haben. Die Organisierung von zwei Demozügen durch die KG entsprang der Vorstellung, dass sich viele Menschen spontan der Demo anschließen würden, was der gegenwärtigen Situation nicht entspricht und auch nicht willkürlich herbeigeführt werden kann.
Die Verbindung zum internationalen Kulturfest am 16. Oktober in Berlin wurde für gut befunden, sie kann der Montagsdemo auch neue Impulse geben: ihr Blickfeld international zu weiten, international Kontakte zu schließen, usw.
Die Montagsdemobewegung ist derzeit keine Massenbewegung, worüber teilweise ine Enttäuschung herrscht. Es gibt aber keinen platten Zusammenhang zwischen der Verschlechterung der Situation und der Zunahme von Kämpfen. Der Regierung ist es in den letzten Jahren gelungen, die Leute ruhig zu halten. Sie geht raffiniert vor: reale Verschärfungen bei Hartz IV werden betrügerisch als „Verbesserungen für die Kinder“ dargestellt. Auch sind viele Leute eingeschüchtert von den ARGEn, was sie daran hindert, sich auf der Straße offen zur Montagsdemo zu erkennen. Die Verbesserung der Überzeugungsarbeit und der Bündnisarbeit mit anderen Kräften in der sozialen Bewegung ist also Trumpf.
Angesichts von wachsenden Protesten wie gegen Stuttgart 21, in der Umweltfrage, in einzelnen Betrieben muss sich die Montagsdemobewegung darauf einstellen, dass Massenproteste wieder zunehmen. So schlägt der BUND den Städten vor, für den Umweltschutz „Montagsspaziergänge“ zu machen. Das werden wir aufgreifen und anbieten, es mit den Montagsdemos zu verbinden.
Die Erfahrung u.a. aus Bottrop und Bremen bzw. Oldenburg zeigt, dass die Verbindung des Kampfs gegen Hartz IV mit dem Kampf in kommunalen Fragen das Interesse an der Montagsdemo mobilisiert und Ansehen und Einfluss der Montagsdemo steigern. In Bremen hat die Montagsdemo ein hohes Ansehen und großen Einfluss.
Diskutiert wurde auch, dass mit der Delegiertenversammlung stärker positive Forderungen der Montagsdemobewegung in den Mittelpunkt gerückt und disktuiert werden sollen, u.a. die Frage des bedingungslosen Grundeinkommens.
Auf Antrag der Bremer Montagsdemo wurde einstimmig beschlossen, eine Sammelklage gegen den Hartz IV Regelsatz zu unterstützen und dazu die Details mit der Bremer Montagsdemo zu beraten. Weitere Infos sind auf der Homepage.
2. Finanzen
Zu den Finanzen wurde u.a. beraten und einstimmig beschlossen.
- D.S. führt die Kasse weiter bis zur Delegiertenkonferenz. Dies war zeitweise aus gesundheitlichen Gründen in Frage gestellt. Mit der Wahl der neuen Koordinierungsgruppe in 2011 soll jemand anderes die Kasse übernehmen.
3. Die Arbeit der KG und die Vorbereitung der Delegiertenkonferenz
Die Arbeit der KG hat sich insgesamt gefestigt. Es waren noch nie so viele KG-Mitglieder aktiv in die Vorbereitung der Berliner Demonstration einbezogen wie in diesem Jahr.
Gleichzeitig gab es in der KG die bisher stärksten Angriffe auf die Prinzipien der Montagsdemonstrationsbewegung 2004.
Die Grundsätze der KG, ihre Festigung und Weiterentwicklung spielen eine wichtige Rolle für die Vorbereitung der Delegiertenkonferenz.
So bedeutet das Delegiertenprinzip ganz klar, dass ein Mitglied der KG abwählbar ist, wenn es die Grundlage der Montagsdemobewegung verlässt. Mitglieder der KG sind den Prinzipien der Bewegung verpflichtet.
Auch ist es notwendig, einen bestimmten Vertrauensschutz in der KG zu haben und nicht zulässig, dass interne Diskussionen in der KG nach außen getragen werden.
Die KG prüft, wie diese Grundsätze weiter entwickelt und gestärkt werden, um die Arbeit der Montagsdemo und der KG weiter zu festigen.
Den Montagsdemonstrationen sollen auch Kriterien und Hilfestellung gegeben werden, wer für die Aufstellung als Kandidat zur Wahl in die KG geeignet ist. Es werden verantwortungsvolle Leute benötigt, die sich an die Grundsätze halten und aktiv mit arbeiten.
Es wurden Arbeitsgruppen zur Vorbereitung der Delegiertenkonferenz gebildet.
Bei Fragen zu den Ergebnissen und Auseinandersetzungen beim KG-Treffen können sich die Montagsdemos gerne an die Koordinierungsgruppe wenden.
Die Sprechergruppe